Wenn er so die
Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig.
Bei jedem
Schritt ein Atemzug und bei jedem Atemzug ein
Besenstrich.
Schritt - Atemzug - Besenstrich. Schritt -
Atemzug - Besenstrich.
"Siehst Du, Momo", sagte er, "es
ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße
vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang,
die kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin,
dann fuhr er fort: "Und dann fängt man an
sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr.
Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es
gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.
Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es
mit der Angst zu tun, und zum Schluß ist man
ganz aus der Puste und kann nicht mehr. Und die
Straße liegt immer noch vor einem. So darf man
es nicht machen!"
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er
weiter: "Man darf nie an die ganze Straße
auf einmal denken, verstehst du ? Man muß nur an
den nächsten Schritt denken, den nächsten
Atemzug, den nächsten Besenstrich. Und immer
wieder nur den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er
hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann
macht man seine Sache gut.
Und so soll es sein."
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