vier fäuste gegen einen klingelton Ich sollte mehr dada machen, aber egal. Gestern hab ich mich mal gefragt, wie vielfältig die Rechtfertigung eigentlich ist. Wir kennen sie vor Gericht, kann da soweit bis zur eidesstattlichen Erklärung gehen, die ohne Gericht allerdings unnütz ist. Es ist also eine Selbsterklärung gegen andere, um das Ordentliche seiner Handlung darzulegen. Nun ist mir aufgefallen, dass das im Alltag weniger vorkommt. Es kommt vielmehr die Rechtfertigung vor, die man irgendwie nur sich selbst geben will. Das schliesse ich daraus, dass ich meine Gesprächspartner nie dazu nötige, ihr jeweiliges Verhalten zu rechtfertigen. Wie könnte ich und wieso sollte ich auch, wenn kein Rechtsvergehen geschieht? Ich selbst rechtfertige mich andern gegenüber kaum, es sei denn ich will strategisch mein Ansehen verbessern oder habe Irritationen verursacht. Ich fänds ja auch irgendwie blöd gewisse Freiräume, die mir und anderen zustehen, damit zuzukleistern. Eine gerechtfertigte Position kann sich ja generell auch nicht über eine nichtgerechtfertigte stellen. Da spielte die Qualität ja gar nicht mit rein und wer zuerst kommt, malt zuerst ist da erst recht nicht anwendbar. Aber argumentativ dem anderen gegenüber sind sie dann auch meist nicht gemeint. Wozu also? Hat man als Kind keinerlei Normen im Hinterkopf, steigert sich das als Adoleszent um in einer Art Lebensroutine im hohen Alter zu kommen? Das entspräche ja einer gausschen Kurve der Moral. Ich hab da auch wohl einzelne Stadien übersprungen. Oder rechtfertigt man seine eigene Handlung seinem schlechten Gewissen gegenüber? Beruhigt denn das, wenn eine derartige Stresssituation in Form einer quasi erzwungenen Rechtfertigung erfordert? Bringt irgendwie nix, oder? Vielleicht befinde ich mich auch lediglich in einer anderen Sphäre und diese Kurve endet auf einem ganz anderen Level als bei diesen Sado-Rechtfertigern. Ich bin gespannt der Dinge, die da kommen...
30 Januar 2005
literarisches rumbuchen Also momentan könnt ich glatt zum Buchfuchs werden, bei dem, was ich so durchlese und Angesicht dessen erst, was ich noch durchlesen will :-). Ich brauch nur mehr Zeit und weniger Termine. Ein Grund mehr, Aussenseiter zu beneiden. Naja, okay, den Punkt durchdenke ich noch, bei den vielen, die sinnlos Zeit im Netz verklicken. Aber ist schon ein Vorteil, genau zu wissen, was man lesen will, da vertut man nicht soviel Zeit mit Schund und Kitsch. So doll ist dieser Post jetzt gerade auch nicht - ich hol' mir mein Buch wieder ;-).
